Die Pflegeversicherung nach den Beihilfevorschriften

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Die Pflegeversicherung nach den Beihilfevorschriften

Mit dem Inkrafttreten des Pflegeversicherungsgesetzes wurde die Absicherung gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit seit dem 1. Januar 1995 für alle Bürger zur Pflicht. Privatversicherte waren gesetzlich verpflichtet, zum 1. Januar 1995 eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Auch Beamte sind verpflichtet, eine die Beihilfe ergänzende Pflegeversicherung abzuschließen. Die Pflegeversicherung wurde in drei Stufen eingeführt: Am 1. Januar 1995 begann die Beitragspflicht. Die Leistungen für ambulante Pflege werden seit dem 1. April 1995 und die Leistungen für stationäre Pflege seit 1. Juli 1996 erstattet. Diese Leistungen wurden nunmehr mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz vom 28. Mai 2008 ausgebaut.

Häusliche und stationäre Pflege
Beihilfefähig sind die Aufwendungen für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Unterschieden wird nach Pflege durch berufliche Pflegekräfte und nach Pflege durch selbst beschaffte Pflegekräfte, so genannte Pflegepersonen (z. B. Angehörige, Nachbarn), abgestellt auf die zuerkannten Pflegestufen I, II oder III des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI).

Übersicht zu Leistungen bei Pflege
Pflegegeldzahlungen für die häusliche Pflege durch selbst beschaffte Pflegepersonen

 

Häusliche Pflegehilfe durch einen ambulanten Pflegedienst (Pflegesachleistung)

 

Härtefallregelung in Stufe III möglich: bis zu 1.918 Euro.

Urlaubs- und Verhinderungspflege
Bei einer häuslichen Pflege, die bereits länger als 6 Monate andauert „Verhinderungspflege" durch eine Ersatzkraft (§ 39 SGB XI). Wenn die Pflegeperson infolge Krankheit, Urlaub etc. „an der Pflege gehindert" ist. Die Kosten werden jährlich für eine Dauer von bis zu insgesamt 4 Wochen übernommen; Höchstbetrag: 1.470 Euro.

 

Kurzzeitpflege
Im Bedarfsfall Kosten für stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim bis zu 4 Wochen im Kalenderjahr bis zu 1.470 Euro.

 

Zu den Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung einschließlich Investitionskosten wird keine Beihilfe gewährt, es sei denn, dass sie einen Eigenanteil des Einkommens (Bruttoehegatteneinkommen!) übersteigen. Der Eigenanteil beträgt bei Beihilfeberechtigten mit Einkommen bis zur Höhe des Endgehaltes der Besoldungsgruppe A 9 mit einem berücksichtigungsfähigen Angehörigen 30 Prozent des Einkommens, ab zwei berücksichtigungsfähigen Angehörigen 25 Prozent des Einkommens,

  • bei Beihilfeberechtigten mit höherem Einkommen mit einem berücksichtigungsfähigen Angehörigen 40 Prozent des Einkommens, ab zwei berücksichtigungsfähigen Angehörigen 35 Prozent des Einkommens,
  • bei allein stehenden Beihilfeberechtigten 70 Prozent des Einkommens,
  • bei gleichzeitiger stationärer Pflege des Beihilfeberechtigten und aller berücksichtigungsfähigen Angehörigen 70 Prozent des Einkommens.

Die den Eigenanteil übersteigenden Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung einschließlich der Investitionskosten werden als Beihilfe gezahlt. In Pflegefällen wird die Beihilfe mit Beginn des Monats der Antragstellung gewährt.


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