Schäuble Dr., Wolfgang: „Fortbildung ist eine zentrale Führungsaufgabe" (aus Beamten-Magazin 10/2007)

„Fortbildung ist eine zentrale Führungsaufgabe"

Am 5. Oktober hat Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble die Modernisierungs- und Fortbildungsvereinbarung „Für Innovationen, Fortbildung und Führungskräfteentwicklung in der Bundesverwaltung" unterzeichnet. Das Bundesinnenministerium und die Spitzenorganisationen mit ihren Mitgliedsgewerkschaften haben sich auf Grundsätze, Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der Verwaltungsmodernisierung und der Fortbildung und Führungskräfteentwicklung in der Bundesverwaltung verständigt.

1. Wodurch zeichnet sich Ihrer Meinung nach eine innovationsfreundliche Verwaltungskultur aus?

Unsere Gesellschaft verändert sich in rasantem Tempo. Die Förderung kontinuierlicher Innovation und die Freisetzung der Fähigkeiten der Beschäftigten sind daher unverzichtbar für die Verwaltung. Eine innovationsfreundliche Verwaltungskultur zeichnet sich durch Kooperation, Transparenz, Fehlertoleranz, Offenheit für Verbesserungen und insbesondere eine kompetente Führung aus.

2. Welchen Fortbildungsinhalten messen Sie für die Zukunft besondere Bedeutung bei?

Neben den bewährten Fachfortbildungen müssen wir die internationale, insbesondere europäische Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und die Kompetenz unserer Beschäftigten zu bürgerfreundlichem und effizientem Verwaltungshandeln fördern. Daneben halte ich auch gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Führungskompetenzen für notwendig.

3. Wie, glauben Sie, kann das Verantwortungsbewusstsein der Führungskräfte für die Weiterqualifizierung und Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestärkt werden?

Fortbildung ist eine zentrale Führungsaufgabe. Gerade Führungskräfte müssen sich ständig darum kümmern, dass die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den sich verändernden Anforderungen ihrer Arbeitsplätze Schritt halten und diesen zugleich eine angemessene Personalentwicklung gewährleisten. Jede einzelne Führungskraft ist für die Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflicht. Die entsprechenden Instrumentarien, insbesondere Mitarbeiter- und Beurteilungsgespräche müssen genutzt werden, um Perspektiven für Verbesserungen z. B. durch Fortbildungen aufzuzeigen. Davon profitieren Beschäftigte und Vorgesetzte in gleicher Weise.

4. Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Beschäftigten Veränderungsprozesse mitgestalten können?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource des öffentlichen Dienstes. Diese Erkenntnis liegt der Modernisierungs- und Fortbildungsvereinbarung zugrunde. Die Beschäftigten müssen ihre Ideen und Erfahrungen einbringen und Veränderungsprozesse im Rahmen einer kooperativen Führung mitgestalten können. Beschäftigte und Personalvertretungen werden daher frühzeitig bei allen Modernisierungsprojekten beteiligt.

5. Was verspricht sich die Bundesregierung von der Modernisierungs- und Fortbildungsvereinbarung?

Es geht darum, dass wir die Reform von Staat und Verwaltung nur als gemeinsames Anliegen von Regierung und Gewerkschaften und nur im vertrauensvollen Zusammenwirken und gemeinsam mit den Beschäftigten erreichen können.

Zur Person:
- 1942 in Freiburg geboren
- seit 1965 Mitglied der CDU
- seit 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages
- 1984 bis 1989 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts
- 1989 bis 1991 Bundesminister des Innern
- 1998 bis 2000 Vorsitzender der CDU
- seit November 2005 Bundesminister des Innern 
 

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 10/2007

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