Radek, Jörg: Ursachen für Erkrankungen auswerten (aus Beamten-Magazin 01/2013)

Ursachen für Erkrankungen auswerten

Interview mit Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Ende vergangenen Jahres veranstaltete die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihr IV. Arbeitsschutzsymposium. Eine Forderung lautete, einen Arbeitskreis „Arbeitsschutz und Behördliches Gesundheitsmanagement" als Expertengremium der Innenministerkonferenz einzurichten. Das „Magazin für Beamtinnen und Beamte" sprach darüber mit Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP.

Meist wird anlässlich von Ausschreitungen bei Fußballspielen über die zunehmende Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten diskutiert. Welche besonderen gesundheitlichen Risiken bringt der Polizeiberuf außerdem mit sich?

Die neue Qualität der Gewalt zeigt sich in der Brutalität gegenüber dem Menschen in Uniform. Ziel der Attacken sind der Kopf oder Oberkörper durch das Werfen von Pflastersteinen oder Gehwegplatten. Diese Angriffe gehen häufig einher mit Detonationen von pyrotechnischen Erzeugnissen. Neben der Brandgefahr für das Umfeld führt es zur Schädigung des Gehörs durch Knalltraumata.

Gibt es politische Entscheidungen die die Belastungen im Arbeitsalltag noch verstärken?

Ja, durch den starken Personalabbau und gleichzeitigem Aufgabenzuwachs erhöhten sich die Anforderungen an Polizistinnen und Polizisten. Diese Feststellung gilt auch für die Beschäftigen der Verwaltung, die durch die Sparziele in der Vergangenheit zu Opfern wurden.

Was erhofft sich die GdP von einem neuen Arbeitskreis „Arbeitsschutz und Behördliches Gesundheitsmanagement" der Innenministerkonferenz?

In der Fortschreibung des Programmes für die Innere Sicherheit heißt es: „Gesundheitsmanagement muss noch stärker als Bestandteil der Personalplanung und -entwicklung etabliert werden." Solch ein Arbeitskreis ist nur der konsequente Schritt.

Jörg Radek
Foto: GdP

Doch wir brauchen nicht nur Gremien. Die Beschäftigten brauchen Konkretes. Die Vorgaben des SGB V hinsichtlich der Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Gesundheitschancen, der Gesundheitsförderung oder zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren müssen auch für die Beschäftigten in der Polizei ganzheitlich anwendbar und mit Leben erfüllt werden. Insbesondere die Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und Arbeitsbedingungen müssen angesprochen und ausgewertet werden. Notwendige Schlüsse sind zu ziehen und in Maßnahmen umsetzen.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2013

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