Beck, Christian: Mit Musik zum Nachdenken anregen (aus Beamten-Magazin 05/2013)

Mit Musik zum Nachdenken anregen

Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und –beamte wird zunehmend zum Problem. Im Länderaufmacher auf Seite 9 berichten wir darüber. Das „Magazin für Beamtinnen und Beamte" hatte bereits im vergangenen Jahr das Musikvideo „AUCH NUR EIN MENSCH" der Gewerkschaft der Polizei zu eben diesem Thema vorgestellt. Jetzt konnte die Redaktion ein Interview mit Polizeimeister Christian Beck alias Chri Be (Gecko) führen, von dem der Song stammt.

Chri Be, im Herbst letzten Jahres schlug Dein Rap-Song „Auch nur ein Mensch", in dem Du Gewalt gegen Polizisten thematisiert, hohe Wellen. Was war der Auslöser für dieses Lied?

Ich mache ja seit 10 Jahren hobbymäßig Hip Hop und habe da auch schon einige Rapsongs aufgenommen. Mein Kollege Thomas Mohr von der GdP hat diese Songs gehört. Er fragte mich dann, ob ich nicht einen Song über Gewalt gegen Polizisten machen könnte. Der Song sollte für die Medienkonferenz der GdP aufgenommen werden.

Ich machte mir Gedanken, schrieb einen Text und schickte ihn Thomas zum reinlesen. Er reservierte dann sofort einen Termin in den HOFAStudios und dort entstand der Song in zwei Stunden.

Am selben Tag fuhren wir dann noch zu Thomas nach Hause und schnitten dort das Video. Dieses konnten wir dann doch nicht bis zur geplanten Medienkonferenz zurückhalten und stellten es auf Youtube online.

Das Thema zunehmender Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte hat momentan einen festen Platz in der deutschen Presse. Welchen Anteil hat Dein Song daran?

Das Thema der Gewalt gegen Polizei ist eigentlich immer präsent, zumindest sollte es das sein. Welchen Beitrag der Song bzw. das Video dazu beigetragen haben kann ich deshalb nicht wirklich beantworten. Wichtig ist, dass das Thema immer im Gespräch ist und die Leute immer darüber nachdenken.

Musik und auch Videos sind eher seltene Medien in der Gewerkschaftsarbeit. Welche Entwicklungspotentiale siehst Du hier für die Platzierung weiterer wichtiger Themen?

Für uns war das ein einmaliges Projekt, welches so viele Menschen wie möglich erreichen sollte. Für polizeiliche Themen denke ich, werden wir da wohl nichts mehr machen, zumindest in der Form von Hip Hop.

Gab es besondere positive oder auch negative Reaktionen auf Deinen Song, von denen Du berichten kannst?

Es gibt auch einige negative Reaktionen aus der Rapper-Szene, die nicht wollen, dass Polizisten rappen. Aber sehr positiv fand ich ein Feedback aus dem Jugendgefängnis. Da schrieb ein Kollege von der Justiz, dass er das Video jugendlichen Gefangenen gezeigt habe und die dadurch auch zum Nachdenken angeregt wurden. Einige sitzen eine Strafe wegen Widerstand gegen Polizisten ab.

Welche Pläne hast Du für Deine weitere Karriere als Musiker?

Ich werde weiterhin Polizist bleiben, weil das mein absoluter Traumberuf ist. Mein Hobby, Hip Hop Musik machen, wird mein Hobby bleiben, weil es mir Spaß macht, aber Hauptberuflich steht der Polizeiberuf im Vordergrund, da ich mir nichts Schöneres vorstellen kann.

Mehr Informationen:

Die CD mit dem Song sowie das Video sind bei der GdP, Kreisgruppe Mannheim, erhältlich und können unter chri.be@gdpmannheim.de bestellt werden

Quelle: Beamten-Magazin 05/2013

mehr zum Thema:
Startseite | Newsletter | Kontakt | Impressum
www.beamten-magazin.de © 2020