Khamis, Hussein: „Als EVG leben wir Gemeinschaft“

Foto: Heike Rost

„Als EVG leben wir Gemeinschaft“

Interview mit Hussein Khamis, Bundesjugendleiter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)

Welche Themen stehen bei der EVG-Jugend aktuell im Fokus? Welche Ziele verfolgt ihr?

Wir beschäftigen uns derzeit mit sehr vielen Themen, zum Beispiel: Gute Ausbildungsbedingungen, Investitionen in die Schiene, Umwelt- und Klimapolitik und unsere Bildungsarbeit mit Gedenkstättenseminare oder Aufklärungsarbeit gegen rechts. Außerdem vernetzen wir uns mit jungen Leuten aus Österreich und der Schweiz und tauschen uns zu gemeinsamen Problemen aus.

Natürlich spielt auch die Mitgliederwerbung immer eine große Rolle. Als Mitmachgewerkschaft ist es uns wichtig, gemeinsam stark zu sein und jungen KollegInnen zu ermöglichen, sich aktiv zu beteiligen und ihre EVG Jugend so zu gestalten, wie sie es gerne hätten. Ich finde, die Jugend ist die Zukunft und sie sollten selbst entscheiden wie ihre Zukunft aussehen soll.

Wie schafft ihr es, junge Mitglieder für eure Gewerkschaft zu gewinnen?

Als EVG leben wir Gemeinschaft – und wir sind auch eine starke Gemeinschaft, das merken die Nachwuchskräfte in den Betrieben. Mit unserem Nachwuchskräfte-Tarifvertrag haben wir sehr viel für Azubis und Dual Studierende in den letzten Jahren erreicht – Mietkostenzuschuss, steigende Vergütungen, Freistellungen vor Prüfungen und vieles mehr. Und wir kümmern uns auf allen Ebenen um ihre Belange, das kommt an. Wir positionieren uns als EVG auch klar zu allen Fragen rund um Verkehrspolitik, aber auch zu anderen Themen, die junge Menschen umtreiben. Bei uns kann sich jeder einbringen und unsere Mitglieder haben deshalb gemeinsam eine starke Stimme.

Was kann aus Sicht der EVG-Jugend Berufe bei der Bahn für junge Menschen attraktiver machen?

Die Schiene ist das Verkehrsmittel der Zukunft – ohne sie schaffen wir die Verkehrswende nicht. Damit mehr junge Leute sich für die Eisenbahnberufe begeistern, braucht es mehr Wertschätzung für die Arbeit. Keine Schmalspurausbildungen, sondern gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, die auch Aufstiegsmöglichkeiten und Perspektiven bieten. Wir brauchen insgesamt mehr Personal und auch Ausbildungspersonal bei der Bahn. Und es muss auf die Beschäftigten gehört werden. Sie sind schließlich die Fachleute auf ihren Gebieten. 

Quelle: Beamten-Magazin 11-12/2019

mehr zum Thema:
Startseite | Newsletter | Kontakt | Impressum
www.beamten-magazin.de © 2020