Beile, Judith: Kommunikation und Beteiligung sind ein Schlüssel zum Erfolg!

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Foto: Joerg Schwalfenberg | istockphoto.de/Tero Vesalainen

Welche Instrumente sind nützlich, um die Erkenntnisse des Projekts in die Arbeitsebene zu implementieren?

Im Projekt FührDiV wurden verschiedene Instrumente entwickelt, die Organisationen der öffentlichen Verwaltung dabei helfen können, die Digitalisierung für sich zu gestalten und die Führungs- und Teamkultur an die neuen Herausforderungen anzupassen. Dabei reicht die Bandbreite von handfesten Tools wie etwa der gemeinsamen digitalen Urlaubs- und Terminplanung oder der Handlungshilfe für eine geregelte digitale Ablage bis hin zu Leitfäden – u. a. zum agilen Kulturcheck und zur Arbeit in virtuellen Teams –, die auf die eigene Organisation angepasst und übertragen werden können. Zudem wurden in dem Projekt die wichtigsten Instrumente der INQA, wie die Toolbox zur Strategischen Personalplanung und die Selbstbewertungschecks zu den Themenfeldern Führung, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz für die öffentliche Verwaltung weiterentwickelt.

Welche Voraussetzungen müssen für die transformationale Führung als neue Führungskultur gegeben sein?

Die Rolle der Führungskräfte ist im Wandel und wird sich durch die digitale Transformation weiter ändern. Führungskräfte sehen sich mit immer komplexeren Zusammenhängen konfrontiert, ergebnis- und beteiligungsorientiertes Führen sowie indirekte Steuerung ersetzen häufig Steuerung und Anweisung. Virtuelle Teams fordern Führungskräfte in besonderer Weise. Auf Distanz führen und kommunizieren ist schwieriger als bei regelmäßigem physischem Kontakt. Dennoch muss die Führungskraft sicherstellen, dass alle Teammitglieder, ob im Homeoffice oder im Büro, gleichermaßen informiert und eingebunden werden. Damit sie diese komplexen Aufgaben bewältigen können, sollten Führungskräfte durch Weiterbildung und Coaching unterstützt werden.

Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis, die Sie durch das Projekt gewonnen haben?

Kommunikation und Beteiligung sind ein Schlüssel zum Erfolg! Bei aller Unterschiedlichkeit der am Projekt beteiligten Organisationen hat sich durchgängig gezeigt, dass bei Beteiligung und frühzeitiger Einbindung des Personalrates, der Führungskräfte und der Beschäftigten die Chance deutlich höher ist, Digitalisierungsprojekte zum Erfolg zu führen. Ganz wichtig: Beteiligung sollte frühzeitig ansetzen. In Verwaltungen findet sich häufig die unausgesprochene Übereinkunft, dass Projekte erst durchgeplant sein müssen, bevor sie umgesetzt werden. Wir empfehlen, Personalrat und Beschäftigte an den Prozessen zu beteiligen und Ergebnisse gemeinsam zu entwickeln. Ein Weg kann es sein, Experimentierräume einzurichten, in denen ausprobiert werden darf und Fehler erlaubt sind. Hierfür bietet sich eine zeitlich befristete Dienstvereinbarung „auf Probe“ an – wobei selbstverständlich auf die Einhaltung der gesetzlichen und tarifvertraglichen Regelungen geachtet werden muss. Zwar kann Beteiligung Prozesse verzögern, sie kostet zunächst Zeit und damit Geld. Dieses Geld ist allerdings gut investiert.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2020

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